Auf'n Ab

oder: Schmerz, lass nach

Versteckter Verst채rker

Es ist in der Branche meines Berufes leider Unsitte, dass Elektro-Fachbetriebe ebenfalls Kabelfernseh-Anlagen bauen, obwohl sie 체berhaupt nicht die Qualifikation dazu haben. Ich als Radio- und Fernsehtechniker verlege ja auch keine Gas-Rohre. Auch meint mancher Architekt es besser zu wissen und plant in einen Neubau abenteuerlichste Leerrohrnetze, die f체r einen korrekten Betrieb eines BK-Netzes nicht wirklich geeignet sind.

Doch der Elektriker, der folgende BK-Anlage혻 gebaut hat, scheint sein Hirn unmittelbar nach der Gesellenpr체fung abgegeben zu haben. Wir haben den Auftrag, in einem Haus die BK-Anlage zu erneuern und r체ckkanalf채hig zu machen, damit die dort wohnenden Mieter die neuen Dienste wie Internet oder Telefonie 체ber das Kabelfernsehnetz nutzen k철nnen. Der Kollege sucht in dem Haus verzweifelt den alten Verst채rker, um ihn gegen einen neuen auszutauschen. Schlie횩lich kontaktiert er besagten Elektriker, der die Altanlage gebaut hat. Und der hat doch tats채chlich den Verst채rker samt Verteilung HINTER einen Sicherungskasten gebaut. Um also da ran zu kommen, muss die gesamte Elektro-Schalttafel mit all seinen Sicherungen ausgebaut werden und somit das Haus komplett stromlos geschaltet werden.

Solche Handwerker geh철ren aus den Verkehr gezogen. Nicht nur, dass damit eine Wartung oder vern체nftige Einmessung der Anlage nicht m철glich ist, es besteht auch noch eine besondere Gefahr eines elektrischen Schlages, wenn man an die BK-Anlage will.

Filed under: Berufswelt(en),Schmerzen,Technik — 17. Oktober 2007, 13:51 Uhr von Holger.

1 Kommentar »

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Comment by Corny

17. Oktober 2007 @ 21:57

Etwas 채hnliches kann auch dabei rumkommen, wenn Leute, f체r die keine Aderfarben au횩er gr체n/gelb, blau, braun und schwarz existieren, ISDN-Verkabelungen bauen.

Mein Favorit war immer noch der S0-Stern, den ich mal gesehen habe… Vom NTBA zur ersten Dose, dort korrekt weiter eine Etage h철her in einen Aufputz-Verteiler, und dann dort in zwei Stichleitungen verzweigt, an denen jeweils eine Dose hing. Da횩 das Ding eigentlich S0-Bus hei횩en m체횩te, und eine Dose hinter der anderen folgen mu횩 und Verzweigungen nicht erlaubt sind, hatte derjenige wohl auch noch nie geh철rt.
Aber was will man auch erwarten, wenn einer als ISDN-Dosen sechspolige Westernbuchsen verwendet. (Normal sind achtpolige, f체r die Leser, die es nicht wissen.)

Da횩 keine Abschlu횩widerst채nde angeflanscht waren, war in Anbetracht der restlichen Chaosverkabelung ziemlich egal. Interessanterweise hat das sogar eine Weile funktioniert – h채tte ich f체r m철glich gehalten.

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